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Mittwoch, 22. November 2017
Wollfett / Lanolin / Adeps Lanae
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02_kl_Lanolin01_kl_LanolinWollfett (Synonyme: Wollwachs, Lanolin, Adeps Lanae) ist eine gereinigte, wachsartige, wasserfreie Substanz, die aus der Wolle des Schafes (Ovis aries) gewonnen wird.

Unter dem Namen "Oesypus" wird schon von dem griechischen Arzt und Pharmakologen Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) in seinem fünfbändigen Hauptwerk "De Materia medica" eine fettige Substanz erwähnt, von der man heute weiß, daß Wollwachs (Wollfett) gemeint war. Wollfett wurde damals gewonnen durch Auskochen der Schafwolle mit Wasser und anschließendem Abschöpfen der oben schwimmenden öligen Schicht. Wollfett geriet im Laufe der Jahrhunderte wieder in Vergessenheit. Erst 1882 wurde Wollfett von Braun und Liebrich in gereinigter Form hergestellt und mit dem lateinischen Namen " Lanolin" (nach lana = Wolle; Oleum = Öl) benannt.

Wollfett ist seiner chemischen Zusammensetzung nach kein eigentliches Fett (kein Fettsäuregylcerinester), sondern ein Gemisch von Estern verschiedener Säuren mit Alkoholen. Die Gewinnung des Wollfettes erfolgt nach der Schafschur durch Auswaschen des Fettes mit Seife und Soda bis zum gewünschten Grad der Entfettung (sog. Wollwäschereien), Ansäuern (Ausfällung des Wachses), alkalisches Emulgieren und Zentrifugieren des rohen, flüssigen Wollfettes. Durch mehrmaliges Umschmelzen und Auswaschen wird das Rohwollfett gereinigt.

Festes Wollwachs ist eine blassgelbe Substanz von salbenartiger Konsistenz und charakteristischem Geruch. In geschmolzenem Zustand ist Wollwachs eine klare oder fast klare, gelbe, praktisch in Wasser unlösliche, in Ethanol wenig lösliche und in Ether lösliche Flüssigkeit. Lösungen von Wollwachs in Petrolether zeigen Opaleszenz. Herausragende Eigenschaft von Wollwachs ist jedoch die Wasseraufnahmefähigkeit. Es kann bis zu 300 % Wasser aufnehmen, was überhaupt erst die Verwendung in allen Kosmetik- und Pharmaziebereichen ermöglicht.

Die entstehenden Emulsionen sind sehr haltbar, durch Kneten der Masse ändert sich ihre äußere Beschaffenheit nicht. Wollwachs dringt hervorragend in die Haut ein. Allerdings besitzt Wollfett ein gewisses Irritationspotential und kann bei empfindlicher Haut Allergien auslösen. In der Technik wird Wollfett in der Textil- und Lederwarenindustrie (Einfettungsmittel) sowie als Rostschutzmittel eingesetzt. Durch Acetylierung, Ethoxylierung und Hydroxylierung von Wollfett lassen sich weitere kosmetisch verwendbare Produkte herstellen.

INCI-Bezeichnung: Lanolin

Spezifikationsdaten

 

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