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Mittwoch, 20. September 2017
Rapsöl
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01_kl_Raps02_kl_RapsRapsöl (Rüböl) wird aus den Samen erucasäurearmer Sorten von Brassica napus L. und Brassica rapa L. (Cruciferae) durch Pressen oder durch Extraktion gewonnen und in der Regel anschließend der Raffination zugeführt.

Der Raps ist eine sehr alte Kulturpflanze der gemäßigten Breiten. Das Ursprungsland ist unklar, vermutlich liegt es in Eurasien, wo die Pflanze schon 2000 v. Chr. erwähnt wird. Der Name Rüböl leitet sich nicht etwa von der (Zucker) Rübe sondern von dem mittelalterlichen Wort "Rübse"(=Raps) ab. Heutige Anbauländer neben Europa sind Indien, China, Nordamerika und Kanada.

Jahrhundertelang war für Rüböl der hohe Gehalt an Erucasäure kennzeichnend, der nicht nur der menschlichen Ernährung hinderlich ist (pathologische Veränderung des Herzmuskels, Herzverfettung), sondern auch bei Tieren gesundheitliche Schäden (verminderten Appetit, geringeres Gewicht, vergrößerte Schilddrüse) verursachte. Erst durch die Züchtung von erucasäurearmen Sorten wurde Rüböl für die menschliche Ernährung einsetzbar (1973 Erstzulassung einer erucasäurearmen Rapssorte in Deutschland durch das Bundessortenamt).

Zur Gewinnung des Rohöles werden die geschroteten Samen (Ölgehalt zwischen 30-40 %) gereinigt, wärmebehandelt, flockiert, konditioniert (Inaktivierung der Lipase, Myrosinase und Thiogluccinase), gepresst und/oder extrahiert. Das Rohöl wird anschließend raffiniert. Das so erhaltene klare, hellgelbe bis braungelbe, halbtrocknende, hauptsächlich aus Palmitin-, Öl-, Linol- und Linolensäure bestehende Öl besitzt einen sehr schwachen Geruch und keinen oder leicht bitteren Geschmack. Rüböl wird (zunehmend) als Speiseöl nach der Fetthärtung zur Margarineherstellung und als Mineralschmierölzusatz verwendet. Es dient als Rohstoff in der Herstellung von Faktis (elastische Masse für Gummiwaren), Raupenleim, Baumwachs, Pflastern, Lederfettungsmittel sowie als Ausgangsstoff zur Biodieselherstellung (Rapsmethylester). In der Pharmazie dient Rüböl u.a. als Füllmaterial in Weichgelantinekapseln.
Da das "alte" erucasäurereiche Rüböl eine gute Quelle für C20- und C22-Fettsäuren ist (Kunststoffverarbeitungs- und Waschhilfsmittelindustrie) werden diese Rapssorten wieder etwas verstärkt angebaut.

INCI-Bezeichnung: Brassica Campestris Seed Oil

Spezifikationsdaten

 

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