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Mittwoch, 20. September 2017
Carnaubawachs
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Carnaubawachs wird durch Abschaben oder Kochen der Blätter der Carnaubapalme (Copernicia cerifera Mart.) gewonnen und anschließend gereinigt. Rohware kommt nicht in den Handel.

Die wild wachsende, ca. 15 m hohe, hauptsächlich in Nordbrasilien vorkommende Carnaubapalme bildet in der Trockenzeit Wachsschüppchen auf ihren ca. 2 m langen Fächerblättern aus. Diese stellen einen Transpirationsschutz gegen die Trockenheit dar.

Die Gewinnung des Wachses erfolgt in der Trockenzeit, indem man alle 2 Monate 6-8 Blätter von der Carnaubapalme abschneidet und die durch das Schrumpfen der Blätter gelockerten Wachsschüppchen abklopft, abstreift, abbürstet oder maschinell entwachst. Durch Kochen des Wachses in Wasser wird es gereinigt, filtriert und nach dem Festwerden in Stücke gebrochen. Die mühsame, arbeitsintensive Herstellung des hellgelben bis gelben oder grünlichen bis dunkelgrauen (die Farbe ist abhängig von dem Reinigungaufwand), im geschmolzenen Zustand strengen, charakteristischen, jedoch nicht unangenehmen Geruch aufweisende, großes Härtungsvermögen (größtes Härtungsvermögen von allen Wachsarten, einschließlich der synthetischen Wachse) besitzende, sehr schwer verseifbaren Carnaubawachses (entstehen von Wachsalkohol- und Kohlenwasserstoffemulsionen, keine Seifenbildung!!) ist seit der Herstellung billigerer synthetischer Wachse auf dem Weltmarkt kaum noch konkurrenzfähig. Dies liegt auch daran, daß eine Carnaubapalme nur 150-180 g Wachs pro Jahr produziert, was umgerechnet eine Ausbeute von 5 g Wachs pro 100 g Blattmaterial entspricht.

Trotz dieser Nachteile ist Carnaubawachs ein beliebter Rohstoff in der Industrie. Carnaubawachs wird verwendet zu Herstellung von Selbstglanzemulsionen, Kohlepapier und zum Glätten spezieller Papiere (Kunstdrucke). Es wird zur Herstellung von Kerzen ein-gesetzt, in der Produktion von Schallplatten findet es ebenso Verwendung. Ein weiterer großer Anwendungssektor ist die Reinigungsmittelindustrie. Carnaubawachs wird dort als Beimischung in Schuhpflegemittel, Fußboden- und Möbelwachs sowie als Polierwachs in der Autolackpflege (wegen des hohen Härtungsvermögen) eingesetzt.

Weiterverarbeitetes Carnaubawachs (Raffination, Farbaufhellung durch Bleicherden oder partiellen Verseifung, Zusatz von synthetischen Wachsen, anschließendes Ansäuern) wird als gebleichtes Carnaubawachs für kosmetische Zwecke (z. Bsp. Lippenstifte) und in der pharmazeutischen Industrie für Dragees verwendet.

INCI-Bezeichnung: Cera Carnauba

Spezifikationen

 

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