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Mittwoch, 20. September 2017
Leinöl
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01_kl_Lein02_kl_LeinLeinöl wird aus den Samen der Leinpflanze (synonym Flachs) Linim usitatissimum L. (Linaceae) durch Pressen (kaltgepresstes Leinöl) oder durch Extraktion gewonnen und anschließend vollständig oder teilweise raffiniert. (raffiniertes Leinöl, Lackleinöl).

Lein ist eine uralte einjährige, blaublühende Kulturpflanze, die schon vor 6000-8000 Jahren von den Sumerern und Ägyptern (Einhüllen von Mumien mit Leintüchern) aber auch von den Pfahlbauleuten der jüngeren Steinzeit (Bodensee, Unteruhldingen) angebaut wurde. Die ursprüngliche Heimat der Pflanze ist unbekannt. Die Germanen kultivierten die Pflanze. Bis ins 16. Jahrhundert zählte Deutschland wegen des Leinanbaus zu den wichtigsten "Industrieländern". Infolge der Verdrängung durch die geschmeidigere, leichter anfärbbare Baumwolle nahm der Anbau drastisch ab. Wichtige Anbauländer sind heute die La-Plata-Staaten, USA, Canada, Indien, Ägypten, die ehemalige Sowjetunion, in kleinerem Umfang Belgien, Holland, Frankreich und neuerdings auch wieder Deutschland.

Die getrockneten braunen Kapseln der Pflanze enthalten je 6-7 Samen mit einem Ölgehalt von ca. 38-44 %. Zur Ölgewinnung wird dieser nach dem Mahlen gepresst (kaltgepresstes Leinöl) oder mit Lösungsmittel extrahiert und anschließend raffiniert (raffiniertes Leinöl).

Kaltgepresstes Leinöl ist eine klare, goldgelbe oder bräunliche, grünlichgelbe Flüssigkeit mit charakteristischen Geruch und Geschmack. Die raffinierte Ware ist hell- bis goldgelb, der charakteristische Geruch und Geschmack ist, bedingt durch die Raffination, weniger stark ausgeprägt. Unter der Bezeichnung "Lackleinöl" kommt eine Ware in den Handel, die teilweise raffiniert ist - entsäuert und gebleicht, aber nicht desodorisiert.

Leinöl ist ein öl-, linol-, (etwa zu gleichen Anteilen) aber vor allem linolensäurereiches, stark trocknendes, Öl, das ausgestrichen innerhalb 24 bis 36 Stunden zu einem festen, transparenten Film erstarrt (Autoxidation). Leinöl wird hauptsächlich in der technischen Chemie eingesetzt. Leinöl dient als Rohstoff für die Herstellung von Ölfarben, Firnissen, Öllacken und Linoleum, in geringem Umfang auch zur Modifizierung von Alkydharzen (Leinölalkyde) sowie zur Bereitung von Schmierseifen, Kitt, Buchdruckerschwärze und Linimenten. Wegen seiner polymerisierenden Eigenschaft kann Leinöl als Farbbindemittel verwendet werden. Leinöl-Standöl, (hergestellt durch Erhitzen unter Luftabschluß) ist zähflüssig, die Anstriche sind fest, elastisch und beständig gegen Witterungs- und Temperaturunterschiede. In der Tiermedizin (Abführmittel für Schafe und Pferde) und in der Kosmetik (Peelingcremes) wird Leinöl ebenfalls eingesetzt. In geringem Umfang wird, meist in osteuropäischen Ländern, kaltgepresstes Leinöl als Speiseöl verwendet.

INCI-Bezeichnung: Linum Usitatissimum Seed Oil

Spezifikationsdaten

 

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