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Mittwoch, 20. September 2017
Rizinusöl
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01_kl_Rizinus02_kl_RizinusRizinusöl wird aus den Samen von Ricinus communis L. durch Pressen ohne Wärmezufuhr gewonnen (Kaltpressung). Eine weitere Pressung, diesmal unter Wärmezufuhr (Warmpressung), liefert ein Rizinusöl mit der Bezeichnung Rizinusöl 1. Pressung.

Die in den gemäßigten Breiten wachsende, ca. 1-3 m hohe, einjährige Rizinuspflanze ist baumartig verzweigt, krautig und frostempfindlich. Die in wärmeren Regionen beheimatete Pflanze kann bis zu 12 m hoch werden und lebt ca. 4 Jahre. Samen der Pflanzen fanden sich in ägyptischen Gräbern aus der Zeit 4000 v. Chr., jedoch ist nicht geklärt, ob der Rizinus ursprünglich aus Indien oder Afrika stammt. Heute ist die wirtschaftlich wichtige Pflanze weltweit verbreitet. Die bevorzugten Gebiete sind jedoch die Tropen und Subtropen.

Der den Samen enthaltende rosenrote Fruchtknoten ist umgeben von einer harten, rötlichbräunlichen, marmorierten Schale. Der Samen besitzt einen Ölgehalt von 40-50 %. Das kalt gepresste Rizinusöl ist eine schwach gelbliche, unverdauliche, viskose, nichttrocknende Flüssigkeit mit schwachem charakteristischem Geruch und mildem aber später unangenehmem kratzigen Geschmack, während das durch Warmpressung gewonnene Rizinusöl 1. Pressung eine deutliche gelbbraune Farbe aufweist.

Rizinusöl besteht hauptsächlich aus Öl-, Linol-, Palmitin-, und Stearinsäure sowie zu 80-85% aus dem Glycerid der Ricinolsäure, auf der die abführende Wirkung des Rizinusöles beruht. Deshalb wird Rizinusöl in der Human- und Tiermedizin als Abführmittel verwendet. Da Rizinusöl eine weitgehend unabhängige, gleichbleibende Viskosität und eine starke Adhäsionskraft besitzt, wird es als Schmieröl für Flugzeuge, Schiffe, Düsentriebwerke, hydraulische Pumpen, Bremsflüssigkeit sowie als Weichmacher in der Plastikindustrie eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Verwendung als Rohstoff für die Farb- (Druckfarben, lithographischer Firnis, Öltuch) und Lackherstellung (Klar- und Emaillelacke), in der Gummi-, Textil-, Leder-, Kunststoff- (Polyamid 11) und Reinigungsmittelindustrie, wobei hier auch weiterverarbeitetes Rizinusöl (z. B. Türkischrotöl = sulfatiertes Rizinusöl) Anwendung findet.

Rizinusöl wird in der technischen Industrie sowohl als Grundstoff für die Sebacinsäure- und 12-Hydroxystearinsäuresynthese als auch für die Herstellung von Linoleumböden eingesetzt. In der dekorativen Kosmetik wird Rizinusöl als Grundstoff für Lippenstifte und Eyeliner verwendet. In Haarshampoos ist bis zu 30% Rizinusöl enthalten.

INCI-Bezeichnung: Ricinus Communis Seed Oil
 

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