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Freitag, 24. November 2017
Bienenwachs
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01_kl_Bienenwachs02_kl_BienenwachsBienenwachs wird durch Ausschmelzen der entleerten Waben der Honigbiene (Apis mellifera L.) mit heißem Wasser gewonnen und die Schmelze von festen Verunreinigungen gereinigt. Das nach dem Abkühlen erstarrte Wachs (gelbes Bienenwachs) kann in einem nachfolgenden Schritt mit Oxidationsmitteln (Bleichung) behandelt werden, um das weiße Bienenwachs zu gewinnen (weißes Bienenwachs).

Der von Bienen produzierte Honig sowie das Bienenwachs werden seit Jahrtausenden von Menschen unterschiedlicher Kulturen als Nahrungsmittel (Honig) bzw. als hochwertiger Grundstoff für Salben und Kosmetika (Bienenwachs) genutzt. Im Altertum wurden Schreibtafeln aus Wachs verwendet. Als Grabbeigaben wurden Wachsfiguren und -masken gefunden. Der griechische Arzt Calenus (129-199) arbeitete u.a. geschmolzenes Bienenwachs in eine Creme ein. Die Londoner Pharmacopeia aus dem Jahr 1618 beschreibt ebenfalls die Verwendung von Bienenwachs in einer Salbe, heute als Coldcreme bezeichnet.

Das gelbe bis lichtbraune (gelbes Bienenwachs) bzw. weiße bis gelblichweiße (weißes Bienenwachs) Farbe aufweisende, geschmackslose und an den Zähnen nicht haftende, mit feinkörnigem, mattem, nicht kristallinem Bruch, schwach nach Honig riechende Wachs bildet beim Erwärmen eine weiche knetbare Masse, die unlöslich in Wasser, teilweise löslich in Alkohol und Äther sowie vollständig löslich in fetten und ätherischen Ölen ist.

Bienenwachs besteht zu 70-75 % aus einem Gemisch von Cerotin- und Melissinsäure, aus ca. 70 Estern von C16- bis C36-Säuren sowie Gemischen aus C24- bis C36-Alkoholen. Weitere 5-15,5 % sind Kohlenhydrate, die restlichen Komponenten sind Mineral-, Farb- und Aromastoffe sowie Vitamin A. Bienenwachs wurde früher in großen Mengen in der Kerzenindustrie eingesetzt, in heutiger Zeit wurde Bienenwachs als Kerzenrohstoff zunehmend durch künstliche Wachse verdrängt und nur noch zur Herstellung hochwertiger Kerzen verwendet. In der Pharmazie beruht die Verwendung von Bienenwachs hauptsächlich auf dessen antibiotische Eigenschaft (Salben, Cremes, Pasten, Pflaster).

Aufgrund seiner Härte kann Bienenwachs als Salbengrundlage nicht direkt eingesetzt werden, es dient aber wegen seines hohen Wasserhaltevermögens in Gemischen mit flüssigem Paraffin oder Ölen als Emulgator in Lippenstiften, Gesichtscremes, Lotions, Wimpertuschen, Augencremes, Lidschatten, Make-up, hornhautbeseitigenden Mitteln (Rubbelcreme) und Nagelweißstiften. Weitere Einsatzgebiete von Bienenwachs sind die Zahntechnik (Zahnabdrücke), Reinigungsmittel (Möbel- und Fußbodenpolitur), Forstwirtschaft (Baumwachs) sowie Künstlerfarben (Ölkreiden, gewachste Papiere, Lithographiefarben).

INCI-Bezeichnung: Cera alba

Spezifikationsdaten

 

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